Die Chancen auf Verwirklichung einer Forderung des Marburger Bundes nach Vorziehen des schriftlichen Teils des so genannten Hammerexamens sind gestiegen. Zumindest legte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr dem Medizinischen Fakultätentag (MFT) in Rostock am Donnerstag, 23. Juni, nahe, einen anderen Zeitpunkt für die schriftliche Prüfung zu suchen. Dies steht auch am Freitag, 24. Juni, beim MFT auf der Tagesordnung. Auch hier standen die Zeichen auf Forderung nach Änderung der bisherigen Regelung.
Eine Motivation für diesen Änderungsprozess ist der Ärztemangel. An diesem Punkt gab es jedoch Uneinigkeiten. "Ich will die Debatte um den Ärztemangel nicht über Schuld führen", meinte Bahr. Prof. Dieter Bitter-Suermann, MFT-Präsident, hatte erneut betont, dass die Medizinischen Fakultäten ein große Zahl an Studierenden erfolgreich ausbilden: "Der Flaschenhals sind nicht wir." Bahr betonte, dass sowohl junge Frauen als auch junge Männer eine andere Einstellung als früher zum Beruf haben: "Schaffen wir keine familienfreundlichen Arbeitsbedingungen, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass der ärztliche Nachwuchs abwandert." Der Bundesgesundheitsminister sprach damit weniger die Abwanderung ins Ausland, als in andere Berufe an. Wichtig für die Attraktivität der Niederlassung sind auch die Finanzen: "Wir wollen gerade in der Fläche eine verlässliche Finanzierung sichern", versprach Bahr. Die Mengenabstaffelung werde abgebaut. Und auch bei einem anderen Punkt war man sich beim MFT ziemlich einig. Bahr versprach: "Wir wollen am Staatsexamen festhalten. Jeden Versuch, Bachelor-/Master-Abschlüsse auf das Medizinstudium anzuwenden, werden wir abwehren."